Volg hat ein erfreuliches Geschäftsjahr 2017 hinter sich

Die auf Dorf- und Kleinläden spezialisierte Schweizer Detailhandelsgruppe Volg ist auch im abgelaufenen Jahr stärker als der Markt gewachsen. Bei weiter rückläufigen Preisen verbesserte die zum Agrargenossenschafts-Konzern Fenaco gehörende Volg-Gruppe 2017 den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 1,3 Prozent auf knapp 1,49 Milliarden Franken. Der Schweizer Gesamtmarkt im Detailhandel entwickelte sich 2017 nach zwei rückläufigen Vorjahren erstmals stabil.

Ferdinand Hirsig, CEO Volg. Bild: Robert Altermatt

Volg-CEO Ferdinand Hirsig war ein gewisser Stolz deutlich anzumerken, als er an der diesjährigen Bilanzmedienkonferenz vom 10. April 2018 in Winterthur erklärte, dass seine Detailhandelsgruppe im Geschäftsjahr 2017 in einem anspruchsvollen Marktumfeld wiederum ein gutes Ergebnis erzielt hat. Hirsig betonte vor den Medienschaffenden mit Nachdruck: «2017 war kein einfaches Jahr. Und dennoch haben wir zugelegt. Dieser Umstand zeigt auf: das Wachstum von Volg ist nicht expansionsgetrieben, sondern erfolgt organisch».

 

Volg steigerte 2017 den Gewinn um 1,2 Prozent auf 6,06 Millionen Franken. Der Aufwand nahm zwar zu – unter anderem wegen höheren Werbeausgaben zu. Doch dem standen tiefere Abschreibungen gegenüber. Der Umsatz kletterte leicht um 1,3 Prozent auf 1,486 Milliarden Franken, gegenüber 1,467 Milliarden Franken im Vorjahr. Dieses Umsatzplus wurde mit insgesamt 930 Verkaufsstellen (2016 waren es noch 941) erzielt.

Dorfläden als wichtigster Absatzkanal
Die 582 Volg-Dorfläden (Vorjahr 585) als wichtigster Absatzkanal der Gruppe steigerten den Umsatz um ein Prozent auf 1,13 Milliarden Franken. Während die Gesamtfläche der Läden leicht schrumpfte, stieg der durchschnittliche Umsatz pro Quadratmeter Verkaufsfläche um 1,8 Prozent.

Die von Volg belieferten 258 freien Detaillisten generierten einen Umsatz von 98 Millionen Franken, eine Million mehr als im Vorjahr. Im Segment «Dorfladen» erhöhte sich der Umsatz der 840 Verkaufsstellen (2016: 852 Läden) auf 1,229 Milliarden Franken. Überdurchschnittlich gewachsen bei der Volg-Gruppe sind die Tankstellen-Shops. Die 90 Agrola-TopShops steigerten den Umsatz um 2,8 Prozent auf 257 Millionen Franken. Hinzu kam letztes Jahr ein TopShop.



Neuer Online-Shop, neues Warenwirtschaftssystem und Postagenturen
Hirsig führte weiter aus, dass es bei dem Anfang Mai 2017 gestarteten Online-Shop «volgshop.ch» vor allem darum gehe, dass Volg bei der Digitalisierung und technologisch dabei sei. Der zeitgleich eingeführte Heimlieferservice «Volg.ch» habe sich bewährt. «Wir sind hier auf tiefem Niveau erfolgreich. Geld verdienen wir damit vorerst wenig beziehungsweise genauso wenig wie die Konkurrenz», sagte er. Le Shop habe letztes Jahr erstmals Verlust geschrieben, so der Volg-CEO.

 

Monatlich werden bei Volg online 50 bis 60 Bestellungen getätigt. Im Gespräch mit HANDEL HEUTE erklärte Hirsig: «Unsere ersten Erfahrungen damit sind, salopp formuliert, dass uns die Kunden in unserem Online-Shop bislang nicht gerade die Türen eingerannt haben. Wohlverstanden: wir bewegen uns hier immer noch im Lebensmittelbereich. Und unser Sortiment ist beschränkt, zudem führen wir keine Frischprodukte. Auf der anderen Seite haben wir die Erfahrung gemacht, dass der Online-Shop mit Bestellung und Auslieferung durch die Schweizerischen Post funktioniert. Die wichigsten Erkenntnisse für uns sind: uns geht es dabei nicht darum, weiteren Umsatz zu generieren, sondern mit dabei sein, zu lernen sowie dass wir nicht von der technologischen Entwicklung abgehängt werden.»

 

Ein Kraftakt war im vergangenen Geschäftsjahr die Abslöung des langjährigen Warenbewirtschaftungssytems «fewas» und gleichzeitig die Einführung des neuen Warenbewirtschaftungssytems von SAP. Nach rund zweijähriger Vorbereitungszeit wurde das neue System am 1. Juli 2017 in Betrieb genommen. Dabei konnte die Belieferung sämtlicher Verkaufsstellen vom ersten Tag sichergestellt werden. Bewährt hat sich laut Hirsig auch die Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Post in Sachen Postagenturen in Volg-Läden. Die Eröffnung der 300. Postagentur in einem Volg-Laden in Mägenwil im Kanton Aaragu sei «ein besonderer Höhepunkt des Jahres» gewesen. Per Ende Dezember betrug die Zahl der in Volg-Läden untergebrachten Postagenturen bereits 331 Einheiten.

 

Volg sucht einen Nachfolger für den langjährigen CEO
Hirsig sagte gegen Ende der Medienorientierung auch, dass er nächstes Jahr 63 Jahre alt werde. Volg sei bereits jetzt daran, seine Nachfolge in die Wege zu leiten. Hirsig steht der Volg-Gruppe seit bald 18 Jahren an der Spitze vor.

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