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Unternehmen und Märkte

Europäische Firmen verlieren zunehmend Vertrauen in China

Europäische Firmen verlieren zunehmend Vertrauen in China
Bild: iStock/Igor Ilnitckli

Europäische Unternehmen in China sind zunehmend besorgt über die Verlangsamung des Wachstums in China und über die regulatorischen Hürden. Die Hälfte von ihnen will Kosten senken, ein Viertel sogar Personal abbauen. Das zeigt eine Umfrage der EU-Handelskammer in China und Roland Bergers.

Die in China tätigen europäischen Unternehmen sind zunehmend verunsichert. Das zeigt eine Umfrage, welche die EU-Handelskammer in China zusammen mit der Unternehmensberatung Roland Berger vorgenommen hat. Danach berichten 68 Prozent der befragten Unternehmen, dass die Geschäftstätigkeit schwieriger geworden sei. Das ist laut einer Mitteilung ein neuer Negativrekord.

Die Besorgnis wird sowohl durch die Verlangsamung des Wachstums als auch durch die sich verschlechternden politischen Rahmenbedingungen genährt. So sehen 55 Prozent der Befragten das schwache Wachstum als eine ihrer drei wichtigsten Sorgen an. Das sind 19 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. Sogar 58 Prozent geben an, aufgrund von Hürden beim Marktzugang oder anderen regulatorischen Hindernisse Geschäftschancen verpasst zu haben. In der Folge sehen 44 Prozent der Befragten ihre Profitabilität in den nächsten zwei Jahren pessimistisch.

Über die Hälfte der Unternehmen, 52 Prozent, will nun die Kosten senken. Die Hälfte davon, insgesamt 26 Prozent, will Personal abbauen. 13 Prozent sind sogar bereits dabei, Investitionen ins Ausland zu verlagern. Zwar wollen umgekehrt 42 Prozent ihre Geschäftstätigkeit in China ausbauen, aber dies ist der bisher niedrigste gemessene Wert.

Jens Eskelund ist über die Ergebnisse beunruhigt. «Die chinesische Regierung signalisiert immer wieder, dass sie die Rahmenbedingungen verbessern will», wird der Präsident der EU-Handelskammer in China in der Mitteilung zitiert. «Wir müssen aber konkrete Taten sehen, damit das Vertrauen der Investoren zurückkehrt.»