chevron_left
chevron_right
Unternehmen und Märkte

Bell Deutschland: Wurstwaren adé

Die Bell Food Group trennt sich in Deutschland vom Wurstwarengeschäft. Die Fleischverarbeiterin setzt verstärkt auf die Produktion von hochwertigen Rohschinken.
Bild: Bell

Die Bell Food Group trennt sich vom Wurstwarengeschäft in Deutschland und verkauft dieses an die «Zur Mühlen»-Gruppe. Die zum deutschen Fleisch-Konzern Tönnies gehörende «Zur Mühlen»-Gruppe übernimmt dabei die Bell-Werke in Suhl und Börger einschliesslich der Mitarbeitenden. Wie Bell mitteilt, seien durch den Wegfall des Wurstwarengeschäfts bei Bell Deutschland «Anpassungsmassnahmen im Bereich der Verwaltung und der zentralen Dienste» erforderlich.

Der Markt für Fleisch- und Wurstwaren in Deutschland ist im Retail-Bereich rückläufig. Aufgrund eines Überangebots auf dem Markt ist es schwierig, die stark steigenden Schweinepreise im erforderlichen Umfang auf die Verkaufspreise zu überwälzen. Im Wurstwarengeschäft hat die Bell Food Group mit einem Marktanteil von weniger als einem Prozent eine untergeordnete Marktposition und entsprechend schwache Perspektiven. Deshalb hat die Bell Food Group entschieden, sich vom deutschen Wurstwarengeschäft zu trennen. Der geschäftliche Fokus in Deutschland liegt künftig auf dem Ausbau der Position im Bereich hochwertiger deutscher und internationaler Rohschinken.

Mit der «Zur Mühlen»-Gruppe habe Bell eine ideale Käuferin gefunden, da die Gruppe über eine entsprechende Marktposition verfügt. Alle rund 400 Mitarbeitenden der betroffenen Standorte Suhl und Börger werden im Rahmen eines Betriebsüberganges von der «Zur Mühlen»-Gruppe übernommen. Die Transaktion erfolgt vorbehältlich der Zustimmung der zuständigen Wettbewerbsbehörden. Über die Kaufmodalitäten wurde Stillschweigen vereinbart.
 

Sozialplan eingeleitet

Der Verkauf des Wurstwarengeschäfts betrifft in der Folge Arbeitsplätze in der Verwaltung und bei den zentralen Diensten der Bell Deutschland. Mit den Arbeitnehmervertretungen würden Verhandlungen mit dem Ziel des Abschlusses eines Sozialplans zeitnah eingeleitet und die gesetzlichen Beteiligungsrechte umfassend beachtet, so das Unternehmen.

Durch den Verkauf verringert sich der Nettoerlös um rund 85 Millionen Franken. Der Wegfall des Wurstwarengeschäfts in Deutschland dürfte ab 2020 einen positiven Einfluss auf Cashflow und EBIT der Bell Food Group von etwa 10 Millionen Franken pro Jahr haben. Zudem nehme die Abhängigkeit von den Schwankungen der Rohmaterialpreise ab, so der Fleischverarbeiter und Convenience-Anbieter mit Hauptsitz in Basel. Für das Geschäftsjahr 2019 werden durch den Verkauf mehrheitlich nicht geldwirksame Einmalkosten von rund 35 Millionen Franken anfallen.