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Schweizer Schoggi: Durchzogenes 2018

Während der Pro-Kopf-Konsum von Schokolade in der Schweiz 2018 rückläufig war, legten die Exporte zu.
Bild: Robert Altermatt

Wie Chocosuisse, der Verband der Schweizer Schokoladeindustrie mitteilt, wurde 2018 in der Schweiz weniger Schokolade gegessen als im Vorjahr. Trotz Rückgang des Pro-Kopf-Konsums und heissem Sommer resultierte für die Schweizer Schokoladeindustrie dennoch eine insgesamt positive Jahresbilanz. Dafür sorgte erneut das Exportgeschäft. Politische Rahmenbedingungen werden jedoch zu einer zunehmenden Herausforderung.

Das Inlandgeschäft der Schweizer Schokoladeindustrie sei auch im vergangenen Jahr negativ verlaufen, so Chocosuisse. Kompensiert wurde diese Entwicklung erneut durch das Exportgeschäft. Dessen Wachstum sorgte dafür, dass der Branchenumsatz unter dem Strich um 1,0 Prozent stieg. Der Inlandkonsum von Schokolade aus Schweizer Produktion sank um 3,4 Prozent. Der entsprechende Verkaufsrückgang wurde begleitet durch einen Rückgang des Inlandumsatzes um 4,8 Prozent. Der Anteil von Importschokolade am Inlandkonsum stieg auf 41 Prozent. Der jährliche Pro-Kopf-Konsum in der Schweiz ging um 200 Gramm auf 10,3 Kilogramm zurück. Die negative Entwicklung im Inlandmarkt war begleitet von einem langen und heissen Sommer und einem zu Beginn relativ harzig verlaufenden Weihnachtsgeschäft.

 

Weiterhin steigender Exportanteil

Erfreulicher präsentiert sich erneut das Exportgeschäft. Der Exportanteil an der Gesamtproduktion der Schweizer Schokoladeindustrie ist auch 2018 weiter angestiegen und beträgt neu 72,5 41 Prozent. Die ins Ausland exportierte Menge stieg um 8,0 Prozent auf 138'153 Tonnen, der damit generierte Umsatz um 6,0 Prozent auf 991 Millionen Franken. Das Wachstum in den Ländern der EU war mit einem Plus von 10 Prozent beim Absatz und von 7 Prozent beim Umsatz höher als in aussereuropäischen Ländern. Dort war zwar ebenfalls ein Absatzwachstum (+2 Prozent) zu verzeichnen, gleichzeitig aber auch ein Umsatzrückgang (-9 Prozent). Deutliche Rückschläge waren in gewissen Ländern des Nahen Ostens und Südostasiens zu verzeichnen. Starke Wachstumsraten zeigten hingegen Märkte wie Australien, Brasilien, China, Japan oder Russland.
 

Herausforderung Grenzschutz

Mit Blick auf die Marktentwicklung werden international wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für den Produktionsstandort Schweiz immer wichtiger. Diese Rahmenbedingungen sind aber unter Druck. Stichworte dazu sind die Abschaffung der Zollrückerstattungen gemäss «Schoggigesetz» per Ende 2018 und die Einführung eines Mindest-Grenzschutzes für Zucker per Anfang 2019. Die private Nachfolgelösung für die Zollrückerstattungen wird durch eine teilweise Zweckentfremdung der Milchzulage belastet. Der neue Mindestgrenzschutz für Zucker führt in den nächsten Jahren zu Zusatzkosten in Millionenhöhe. Diese politisch bedingten Kostenfaktoren verschlechtern die Wettbewerbsfähigkeit des Produktionsstandorts Schweiz.


Das im Dezember mit Indonesien abgeschlossene Handelsabkommen ergänzt das für die exportorientierte Schokoladeindustrie wichtige Netz an Freihandelsabkommen der Schweiz. Dennoch muss beim Zugang zu Exportmärkten auch die Gefahr einer Erosion der Wettbewerbsfähigkeit im Auge behalten werden. So führt zum Beispiel das kürzlich in Kraft getretene Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan in den nächsten Jahren zu einer graduellen Besserstellung von Schokoladeherstellern aus der EU gegenüber solchen aus der Schweiz. Mit Blick auf das deutlich stärkere Exportwachstum konkurrierender Schokolade-Nationen wie Belgien bleibt die Schweiz auch diesbezüglich gefordert.