Aryzta überprüft Deutschlandgeschäft wegen schwachem Halbjahr

Aryzta stellt sein Deutschlandgeschäft auf den Prüfstand. Wie aus dem Halbjahresbericht des international tätigen Backwarenkonzerns mit Sitz in Schlieren hervorgeht, war dies «der Markt mit den grössten Herausforderungen». Aryzta werde daher laut einer Mitteilung «eine umfassende Überprüfung aller Optionen für Deutschland» vornehmen, «um die Maximierung des Shareholder Value zu unterstützen».

Aryzta Brot
Bild: Aryzta

Die unterdurchschnittliche Entwicklung in Deutschland lastet deutlich auf dem Europaergebnis. Dort belief sich der Umsatz auf 942,7 Millionen Euro, bei einem organischen Wachstum von -3,4 Prozent. Als Gründe für dieses Minus in seinem wichtigsten Auslandsmarkt führt Aryzta die eingebrochene Konsumentenstimmung, eine hohe Preissensibilität der Kundschaft und zusätzliche Produktionskapazitäten im Backwarenmarkt ins Feld. Der operative Gewinn (Ebitda) betrug 116,6 Millionen Euro, die Ebitda-Marge lag bei 12,4 Prozent.

Durch diese negative Entwicklung wurden die Gewinne in anderen Schlüsselmärkten zunichte gemacht. Insgesamt verzeichnete Aryzta im ersten Halbjahr einen Umsatzrückgang von 2,1 Prozent oder organisch, also bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte, von 2,7 Prozent. Die Verkaufsmengen gingen etwa im gleichen Umfang zurück. Die Preise gaben im Schnitt um 0,9 Prozent nach.

Der operative Gewinn (Ebitda) sank um 7,0 Prozent auf 139,9 Millionen Euro. Damit rutschte die Ebitda-Marge von 13,9 auf 13,2 Prozent. Ohne die einmaligen Kosten für das Sparprogramm Project Excellence wäre die Marge etwa um einen halben Prozentpunkt höher ausgefallen. Bis 2028 sollen mit den darin vorgesehenen optimierten Betriebsabläufen und einer schlankeren Organisation Nettoeinsparungen von 20 bis 30 Millionen Euro erzielt werden. Der Reingewinn belief sich auf 47,2 Millionen Euro. Das entspricht einem Minus von 3,9 Prozent.

Den Rückkauf des letzten ausstehenden Hybridinstruments Ende April bezeichnet Aryzta als Meilenstein in der Kapitalstruktur. Trotz der Herausforderungen will das Unternehmen nach zehnjähriger Pause wieder eine Kapitalrückführung aufnehmen. Diese soll sich schrittweise in Richtung einer Ausschüttungsquote entwickeln, die mit der von in der Schweiz börsennotierten KMU vergleichbar ist, wird Urs Jordi, der Aufsichtsratsvorsitzende und CEO ad interim, in der Mitteilung zitiert. Dies spiegele «die Fortschritte beim Wiederaufbau eines widerstandsfähigen Unternehmens wider, das in der Lage ist, einen nachhaltigen Cashflow zu generieren».