Swiss Export Tag diskutiert über Herausforderungen der Exportwirtschaft

Der diesjährige Swiss Export Tag hat am 16. Juni 2026 im Trafo Baden stattgefunden. «Es gibt kaum einen Ort in der Schweiz, der sich für das Thema so sehr eignet wie Baden», sagte Moderatorin Mona Vetsch mit Verweis auf die erste Eisenbahn der Schweiz zwischen Zürich und Baden und vor allem auf das Technologieunternehmen ABB.

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Swiss Export Tag 2026
Bild: Swiss Export

Die Fachveranstaltung des Verbands Swiss Export bot konkrete Lösungsansätze für die Herausforderungen der Exportbranche. «Gerade in Zeiten hoher Dynamik und Unsicherheit braucht es Unternehmen, die Veränderung mit Klarheit, Energie und Mut angehen», wird Claudia Moerker, Geschäftsleiterin von Swiss Export, in einer Mitteilung zitiert. «Der Swiss Export Tag 2026 bringt Persönlichkeiten zusammen, die zeigen, wie Transformation in der Praxis gelingt.»

Das Leitmotiv der Veranstaltung lautete Emotive Power. Heike Bruch, Professorin und Leiterin des Instituts für Führung und Personalmanagement an der Universität St. Gallen, ging auf Bedeutung der Führungspersönlichkeiten für die Leistung von Unternehmen ein. Eine der Einsichten ihrer jahrzehntelangen Forschung: Ausgeglichene Energie von Führungskräften ist für die Leistung des Unternehmens besser als produktive Energie. Ausgeglichenheit sei nicht identisch mit Trägheit, sondern mit einer konstanten Leistungsfähigkeit. Produktive Energie dagegen dränge Unternehmen in die «Beschleunigungsfalle», die hohe Abnutzung mit sich bringe. Erst recht müssten Unternehmen korrosive Energien wie auch resignierte Trägheit vermeiden.

«Chief Enabling Officer»

Führungskräfte lokaler Unternehmen wiesen darauf hin, wie wichtig die Sorge um die Mitarbeitenden für den Erfolg ist. «Ich sehe mich als Chief Enabling Officer», sagte etwa Stephan Wartmann, CEO der Brugg Group. Bernd Krainick, Finanzchef von ABB und Verwaltungsratspräsident von ABB Schweiz, verwies auf die bewusste Reduktion der Verwaltungsebenen. Damit seien Verantwortlichkeiten klarer geworden.

Doch auch Erfolg kann herausfordernd sein. So sprach Herbert Müller, Präsident der High Speed Division von Accelleron, von einer Wachstumskrise: Sein Unternehmen hat die Auslieferungen innerhalb weniger Jahre verdoppelt und wolle sie in den nächsten beiden Jahren erneut verdoppeln.

Der Swiss Export tag bot eine Reihe Besichtigungen von Unternehmen wie ABB, Accelleron, Brugg und des Paul Scherrer Instituts, aber auch Panel-Veranstaltungen zu Themen wie Investitionen in Innovationen oder auch den Umgang mit EU-Regulierungen.

Am Nachmittag sprachen unter anderem der Aargauer Volkswirtschaftsdirektor Dieter Egli und Staatssekretär Alexandre Fasel.