US-Konzerne werben Talente von Schweizer Hochschulen ab

 

 

Zürich - Schweizer Hochschulen sind in der Robotikforschung führend. Damit wecken sie auch das Interesse von Konzernen wie Google oder Facebook, die immer mehr Talente abwerben. Ob dies für die Hochschulen gut ist, ist umstritten, wie ein Medienbericht zeigt.

 

 

Die US-Technologiefirmen haben das Potenzial erkannt, welches Schweizer Hochschulen im Bereich Robotik bieten. So sind in den vergangenen Jahren Apple, Facebook und GoPro nach Zürich gekommen. Google ist schon länger da. Allerdings ist die Robotik-Kooperation mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) noch ganz frisch, wie ein Bericht von „Bilanz“ zeigt. Über das Projekt Tango finanziert Google die ETH-Forschung und holt im Gegenzug talentierte Forscher zu sich. Ähnlich gehen auch die anderen Unternehmen vor.

Dem Bericht zufolge ist es umstritten, inwiefern die Hochschulen von dieser Zusammenarbeit profitieren. Laut einem Start-up-Unternehmer, der anonym bleiben will, lohnt sich das Tauschgeschäft für die ETH nicht. „Die Finanzierung eines Ph.D.-Studenten kostet die ETH viel mehr, als sie von den Konzernen am Ende zurückbekommt“, sagt er. Zudem werde durch die Zusammenarbeit die Kontrolle abgegeben. „Mark Zuckerberg entscheidet dann, was passiert“.

Roland Siegwart sieht dagegen kein Problem mit der Zusammenarbeit. „Als Universität sind wir nicht fähig, ein Produkt bis zum Ende zu bringen. Wir zeigen Wege auf und bilden die Leute aus. Und die werden dann von Firmen und Start-ups aufgenommen, die viel dynamischer sind”, erklärt der ETH-Professor, der das Autonomous Systems Lab leitet. Er ist stolz darauf, dass die Forscher aus seinem Labor gute Chancen erhalten. Gleichzeitig weist er auch darauf hin, dass sein Labor auf Postdocs angewiesen ist, die noch drei bis vier Jahre für ihn ­arbeiten, bevor sie in die Privatwirtschaft wechseln. „Heute bleiben sie oft nur noch zwei Jahre, dann werden sie abgeworben.” ssp

 

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