PSI modernisiert Neutronenquelle

 

 

Villigen AG - Die Spallations-Neutronenquelle SINQ des Paul Scherrer Instituts ist schweizweit die einzige Forschungsanlage ihrer Art. In 20 Jahren Betriebszeit wurden hier die unterschiedlichsten Materialien untersucht. Nun soll die SINQ modernisiert werden.

 

In der schweizweit einzigartigen Anlage werden Materialien mit Hilfe eines Strahls aus Neutronen untersucht, erläutert das Paul Scherrer Institut (PSI) in einer Mitteilung. Die gewonnenen Innenansichten helfen Entwicklern in der Industrie genauso wie Forschern in der Medizin oder auch Archäologen. Auch für die Entwicklung energiesparender Datenspeicher wurde die Neutronenforschung bereits eingesetzt. 

Jährlich werden Hunderte von Experimenten an der SINQ durchgeführt. Die Anlage steht dabei in- und ausländischen Forschern aus Universitäten, Forschungsinstituten und der Industrie offen. „Wir entwickeln hier an der SINQ aber nicht direkt elektronische Bauteile, das müssen andere tun“, betont Christof Niedermayer, Leiter des PSI-Labors für Neutronenstreuung und Imaging, in der Mitteilung. „Wir untersuchen, wie die besonderen Eigenschaften von Materialien zustande kommen und schaffen damit die Grundlage für diese Entwicklungen.“ 

Die eigenen Neutronenleiter wurden allerdings tatsächlich am PSI selbst entwickelt und hergestellt, erläutert der Physiker Jürg Schefer in der Mitteilung. Diese innen verspiegelten Glaskanäle leiten die Neutronen von der Quelle zu den Experimentierplätzen. „Die verantwortlichen Forscher haben dann als Spin-off 1999 die Firma SwissNeutronics AG gegründet, die bis heute sehr erfolgreich immer komplexere Neutronenleitersysteme entwickelt, herstellt und an Forschungszentren weltweit verkauft und installiert“, erläutert Schefer. Bei der anstehenden Modernisierung der SINQ sollen deren Neutronenleiter nun gegen auf dem neuesten Stand der Entwicklung stehende ausgetauscht werden. hs

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