Avenir Suisse sieht grosses Potenzial in Afrika

 

 

Zürich - Afrika ist der Kontinent mit der jüngsten Bevölkerungsstruktur und verfügt über grosse Wachstumsmöglichkeiten, so Avenir Suisse. Die Schweiz sollte sich ein Vorbild an China nehmen und mehr Präsenz in Afrika aufbauen, heisst es in einem Beitrag der Denkfabrik.

 

 

Derzeit leben 1,2 Milliarden Menschen in Afrika, in 30 Jahren sollen es bereits 2,5 Milliarden sein. Dabei handelt es sich laut einem Blogbeitrag von Avenir Suisse mehrheitlich um junge Menschen. Afrika sei der Kontinent mit der jüngsten Bevölkerungsstruktur und werde oft auch als „Kontinent der Zukunft“ beschrieben. Im Frühling dieses Jahres wurde unter anderem die CFTA (Continental Free Trade Area) ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um die weltweit grösste Freihandelszone. Das Abkommen wurde bisher von 44 afrikanischen Staaten unterzeichnet. Avenir Suisse geht davon aus, dass das Abkommen den intra-kontinentalen Handel in Afrika vorantreiben und die Rolle Afrikas im Welthandel verändern könnte.

Für die Schweiz hat Afrika derzeit handelspolitisch nur wenig Gewicht, so die Denkfabrik. Die wertmässig bedeutendsten Schweizer Handelspartner in Afrika seien Ägypten, Algerien, Marokko, Nigeria, Südafrika und Tunesien. Ausser mit Nigeria und Algerien hat die Schweiz mit diesen Ländern ein Freihandelsabkommen. Mit Algerien befindet sich bereits ein Abkommen in der Verhandlungsphase.

Trotz dieser Abkommen sei die Schweiz weit hinter China hinterher, was die Handelsverflechtungen mit Afrika angeht. Die Handelsverflechtungen der Schweiz mit Afrika haben seit der Jahrtausendwende jährlich um 1,5 Prozent zugenommen, jene von China mit Afrika um jährlich 20 Prozent. Schnell werde klar, dass „der Drache mit dem Löwen eine andere Strategie verfolgt als wir“, heisst es. 

China sei auch punkto Investitionen, Entwicklungshilfe und Infrastrukturfinanzierung eng mit Afrika verflochten. Zwischen 2001 und 2015 seien die chinesischen Direktinvestitionen in Afrika von 1 Milliarde Dollar auf 35 Milliarden gestiegen. So seien schätzungsweise 10.000 chinesische Unternehmen in Afrika tätig und kreieren dort mehrere Millionen Arbeitsplätze. Rund 90 Prozent der Unternehmen seien Privatunternehmen, was laut Avenir Suisse auf eine grosse Risikobereitschaft seitens chinesischer Investoren hinweist. Schweizer Investoren seien dagegen oft nicht bereit, so ein Risiko zu tragen. „Die Schweiz sollte aber versuchen, vom Drachen zu lernen. Mit mehr Präsenz in Afrika kann sie Arbeitsplätze schaffen und so die Entwicklung auf dem Kontinent begleiten“, so Avenir Suisse. Später könnte eine tiefere Integration mit Afrika noch nützlich sein. ssp

 

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