Fachkräftepotenzial wird nicht genutzt

 

 

Zürich - Der zunehmende Fachkräftemangel wird das Wirtschaftswachstum der Schweiz mittelfristig ausbremsen, vermutet Credit Suisse. Die Zürcher Grossbank sieht hier brachliegendes Potenzial bei arbeitswilligen Pensionären und Frauen.

 

 

In ihrer aktuellen Ausgabe des „Monitor Schweiz“ zeigen die Ökonomen der Credit Suisse brachliegendes Potenzial bei der sogenannten stillen Reserve auf. Im Gegensatz zu meist nicht entsprechend qualifizierten gemeldeten Arbeitslosen wiesen im Prinzip arbeitswillige Pensionäre und verfügbare, aber nicht aktiv arbeitssuchende Frauen eher die von Schweizer Unternehmen gesuchten Qualifikationen auf, erläutert die Zürcher Grossbank in der Mitteilung zum Monitor.

Bei älteren Arbeitnehmern macht Credit Suisse in hohen Lohn- und Sozialversicherungskosten Hindernisse für einen Wiedereinstieg ins Arbeitsleben aus. Zudem geniesse ein grosser Teil der Pensionäre, „wohl den wohlverdienten Ruhestand und stände nur zur Verfügung, wenn die Anstellung inhaltlich wie monetär besonders attraktiv wäre“, wird Oliver Adler, Chefökonom Schweiz der Credit Suisse, in der Mitteilung zitiert. Eine Zwangsrekrutierung dieses Potenzials mittels der Heraufsetzung des gesetzlichen Rentenalters scheine aber „nach wie vor tabu zu sein“, bedauert der Chefökonom.

Bei der hohen Anzahl verfügbarer, aber nicht aktiv arbeitsuchenden Frauen macht der Monitor unzureichende Angebote an Krippenplätzen und Tagesschulen sowie „steuerliche Fehlanreize für doppelverdienende Ehepaare“ als Hindernisse für den Wiedereintritt ins Arbeitsleben aus. Sollten sich die strukturellen Rahmenbedingungen hier nicht verbessern, „dürfte die stille Reserve am Arbeitsmarkt wohl bis auf weiteres weitgehend ‚still‘ bleiben“, vermutet Adler. hs

 

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