Spielzeugsicherheit im Fokus der Spielwarenmesse in Indien

Der Spielwarenmesse Dialog führt die Verantwortlichen der Spielwarenmesse eG jedes Jahr in rund 20 Länder, um Kontakte zu knüpfen und Vertretern aus der Branche einen exklusiven Ausblick auf die kommende Spielwarenmesse zu geben. In diesem Rahmen hat die Spielwarenmesse India als Tochtergesellschaft Ende Juli zur Panel Discussion nach New Delhi geladen und damit den Startschuss in Richtung der 5. Kids India gegeben, die vom 20. bis zum 22. September in Mumbai stattfindet. Im Fokus stand das Thema Spielzeugsicherheit, welches 60 Entscheider aus der indischen Spielwaren- und Einzelhandelsbranche interessiert verfolgten.

Bild: Robert Altermatt

Die Veranstaltung in  New Delhi moderiert Vivek Jhangiani, Geschäftsführer von Pleasantime Products und Präsident der The All India Toy Manufacturers‘ Association (TAITMA). Er und die Podiumsteilnehmer – bestehend aus Führungskräften der Spielwarenindustrie sowie von Verbänden und Prüflaboratorien – zeigten auf, dass viele Hersteller und Einzelhändler bereits Schritte in die richtige Richtung unternehmen, um marktsichere und qualitativ hochwertige Produkte anzubieten. Die Branche ist sich darüber einig, wie wichtig strenge Richtlinien für den Fertigungsprozess und die Prüfung von sicherem Spielzeug sind. Dazu gehört aber auch die Aufklärung der Verbraucher durch die Bereitstellung der richtigen Informationen zum Thema Sicherheit.

Die Diskussion hat den Fokus auf die Unterpunkte Forschung, Prozesse, Qualitätsstandards und Sicherheitsprotokolle gelegt, die für die Herstellung innovativer Spielzeuge erforderlich sind, um eine ausgewogene Mischung aus Lernen und Spass zu erzielen. «Gerade in Indien erleben wir bei Spielwaren einen Paradigmenwechsel und seine Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung. Doch auf welchem Stand die einzelnen Länder auch sind: Der Bedarf an Qualität und Sicherheit ist weltweit einheitlich», sagte Ernst Kick, Vorstandsvorsitzender der Spielwarenmesse eG. «Durch diese informative Plattform wollen wir das Bewusstsein schärfen und aufzeigen, wie wichtig es ist, wirklich sichere Spielwaren zu entwickeln und zu vertreiben.»

Langer Forschungsprozess
Von Industrie-Seite meldete sich Mattels Country Manager Indien, Ishmeet Singh, zu Wort: „Hinter jedem unserer Spielzeugdesigns steckt ein ganzer Forschungsprozess. Unsere internen Produktsicherheitsverfahren sind so ausgelegt, dass sie die von der US-amerikanischen Verbraucherschutzkommission (CPSC) und ihren weltweiten Pendants umgesetzten Vorschriften und Gesetze erfüllen oder übertreffen.“ Auch der E-Commerce-Anbieter Snapdeal ist sich seiner Verantwortung bewusst. Wie Category Head Nikhil Dua mitteilte, werden die Partner der Marktplatzplattform dazu ermutigt, ihren Kunden so viele Informationen wie nötig auf Produkt-Displayseiten zur Verfügung zu stellen und Fragen zu beantworten. «Wir haben uns dazu verpflichtet, ihnen die beste Erfahrung mit qualitativ hochwertigen Produkten zu bieten», erklärte Dua.

Kunden sind anspruchsvoll und kompetent
Zudem steigt die Nachfrage nach sicherem Spielzeug stetig. Der heutige Kunde ist digital versiert und anspruchsvoll – mit Zugängen zu Informationen und Produkten wie nie zuvor. Dies erhöht die Erwartungen und die öffentliche Aufmerksamkeit auf viele Marken, um zu gewährleisten, dass die Artikel sicher sind. Anil Jauhri, CEO National Accreditation Board for Certification Bodies (NABCB), informierte die Teilnehmer der Panel Discussion darüber, dass „es die Pflicht der Regierung ist, gesetzliche Standards aus Gründen wie u. a. der Gesundheit, Sicherheit und Umwelt einzugehen. Das BIS-Gesetz 2016 (Bureau of Indian Standards) ebnet nun den Weg für den Erlass neuer Richtlinien für Spielwaren. Wir sollten in Kürze eine Regelung erwarten.“

Die Dringlichkeit einer einheitlichen Lösung für Indien unterstreicht Sarbajeet Mukherjee, General Manager South Asia, Consumer and Retail Services von UL, einer unabhängigen Organisation, die Produkte hinsichtlich ihrer Sicherheit untersucht und zertifiziert: «Da der Spielwarenmarkt ein hochsensibles Segment ist, müssen die Regierung, die Hersteller, die unabhängigen Zertifizierungsgesellschaften und die Medien zusammenarbeiten, um das Bewusstsein der Verbraucher zu schärfen.» Charan Singh, Vice President and Regional Director Softlines (India, Middle East & Africa) vom TÜV Rheinland fügt hinzu, dass Produkte – unabhängig vom Alter des Kindes oder des Spielzeugs – keine gesundheitlichen Gefahren durch einen Kompromiss in der Qualität verursachen dürfen. Das Prüfinstitut ziele immer darauf ab, die besten Bedingungen für Kinder zu schaffen, um Qualität und Sicherheit in Spielzeug zu gewährleisten.

«Unser Spielwarenmesse Dialog hat die führenden Köpfe aus der indischen Spielwarenindustrie auf besondere Weise zusammengebracht und die Bedeutung des Themas Spielzeugsicherheit in einem wachsenden Markt hervorgehoben», resümierte Ernst Kick. Die wichtige Diskussion wird gemeinsam mit anderen aktuellen Themen auf der Kids India im September vorangetrieben.

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